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OE7KUT-Status:
 

Thomas Kugler
office@kugler.at

oe7kut@oevsv.at

OE7KUT on QRZ.com

Telefon: 0664/4291582
Rufzeichen: OE7KUT

QRV auf:
Kurzwelle 80m-6m
144.775 (FM)
145.662.50 (FM)
145.500 (FM)
D-Star - AT-Reflector
D-Star - International-Reflector
DMR - 4197 TS2

 

Hams Outpost - Der Zauber vom Funkbetrieb auf 2.265m

Sogar eingefleischte Funkamateure dürften beim ersten Blick auf das atemberaubende Bergpanorama vergessen, aus welchem Grund sie eigentlich den Aufstieg auf den Hafelekar entweder zu Fuß, die meisten aber mit der Seilbahn, unternommen haben: Um Funkbetrieb auf der Hafelekarhütte zu machen.

Gebannt schweift der Blick über das Karwendel im Norden, den Innsbrucker Hausberg, den Patscherkofel, die Serles und die Nockspitz im Süden und die majestätische Frau Hitt im Westen, südwestlich zur Axamer Lizum und auf das Rangger Köpfl und natürlich hinunter ins Tal auf die Landeshauptstadt Innsbruck mit der Bergiselschanze und etwas weiter südlich auf das Wipptal mit der berühmten Europabrücke. Man fühlt sich plötzlich sehr klein und verletzlich inmitten dieser beeindruckenden, archaischen Bergwelt

Nicht wenigen erging es so wie mir bei meinem Besuch auf der Hafelekarhütte, die nur wenige Gehminuten von der Bergstation der Nordkettenbahn entfernt liegt. Das erste, das mir dazu in den Sinn gekommen ist, war „Was für ein Ausblick“. Etwas später fiel mir wieder ein, wofür ich eigentlich auf den Hafelekar gekommen war. Ich wollte ja eine Reportage über die Hafelekarhütte schreiben.

Hier, inmitten der schroffen Felsen, steht seit rund 100 Jahren die Hafelekarhütte. In den beiden Weltkriegen diente die 3 mal 3 Meter große Hütte als Beobachtungsposten. Anfang der 30er Jahre nutzte der österreichische Physiker Viktor Franz Hess die Nähe zum All um Messungen einer mysteriösen, unbekannten Strahlung durchzuführen. 1936 erhielt Hess für die von ihm entdeckte kosmische Strahlung den Nobelpreis für Physik. Noch heute betreibt die Universität Innsbruck direkt neben der Hafelekarhütte eine Messstation zur Beobachtung der kosmischen Strahlung, die auf die Initiative von Hess zurückgeht. Seit dem Jahr 1958 bietet die Hütte allen Funkamateuren ideale Möglichkeiten, um bei entsprechenden Bedingungen vorausgesetzt mit einer 2.265 Meter hohen Antenne Funkbetrieb zu machen.

Doch von der Idee um die Überlassung der Hütte anzusuchen bis zur erfolgreichen Pacht der Hütte war ein wahrer Spießrutenlauf zu absolvieren. Damals war nämlich nicht klar, wem die Hütte eigentlich gehörte, wer also überhaupt berechtigt war, den Funkamateuren die Hütte zu überlassen. So bekam der damalige Landesleiter, Luis Raup, OE7AR, gleich nach seinem ersten Schreiben im Juni 1958 mangels geklärter Besitzverhältnisse eine Absage mit dem Hinweis, man möge sich doch bitte an die Tiroler Landesregierung wenden.

Einige Monate und Briefe später, am 10. Dezember 1958, erreichte den Landesverband dann ein erfreuliches Schreiben der Innsbrucker Stadtwerke. Daraus ging hervor, dass die Eigentumsverhältnisse nun geklärt seien und der Überlassung für einen Anerkennungszins von jährlich 10,- Schilling (für die jüngeren unter uns etwa 72 Cent) bei jederzeitigem Widerruf nichts entgegenstehe.

Man übernehme allerdings keinerlei Gewährleistung für den Zustand der „Baracke“, selbige sei auch auf eigene Kosten Instand zu halten und für Störungen an anderen Anlagen sei der Landesverband haftbar. Der Landesverband wolle sein Einverständnis mittels Übersendung eines Gegenbriefs erklären. Dies geschah natürlich prompt.

Die Hafelekarhütte konnte aber noch nicht gleich in Betrieb genommen werden. Zu sehr hatten die vielen Jahre und Föhnstürme mit bis zu 150 km/h an der Substanz der Hütte gezerrt. Es gab einiges zu tun. Dank tatkräftiger Mithilfe zahlreicher OM´s wurde unter Einsatz von viel Geld und vieler Stunden Handarbeit aus der „Baracke“ wieder eine ansehnliche, komfortable Hütte, die dank laufender Instandhaltung bis heute den Naturgewalten auf 2.265 Metern Seehöhe trotzt und immer wieder erweitert wird.

Erst im Juli 2016 montierte Hüttenwart Hans Gaigg, OE7DGI mit einigen OM´s einen auf bis zu 10 Meter Höhe ausfahrbaren Kurbelfunkmast, auf dem mitgebrachte Antennen montiert werden können (Abspannung nicht vergessen!).„Frau Holle“ Waltraud, OE7WCT kümmerte sich indessen im Inneren der Hütte um entsprechende Reinlichkeit. Schnee im Tal hat übrigens trotz kräftigem Bettenausschüttelns keinen gegeben.

Die Hütte selbst ist zweckmäßig eingerichtet. Sie hat 3 Schlafplätze, eine Kochnische mit einer Essecke, Antennen, Kabel, Funktisch mit Netzteil. Alles, was man für den Funkbetrieb gerne vorfinden möchte. Auch eine elektrische Heizung ist vorhanden, die Sanitäranlagen können zu den Betriebszeiten der Nordkettenbahn benützt werden.

Die Hütte kann von ÖVSV-Mitgliedern und Mitgliedern unserer Schwestervereine tageweise zum Preis von 15 EUR/Tag zuzüglich Stromkosten von 0,60 EUR/kWh gemietet werden. ÖVSV-Mitglieder aus OE7 zahlen eine ermäßigte Miete von 10 EUR/Tag. Der Schlüssel kann bei unserem Hüttenwart Hans, OE7DGI nach rechtzeitiger vorheriger telefonischer Vereinbarung unter Tel. 0512/574915 abgeholt werden.

In der nahegelegenen Bergstation befindet sich übrigens ein Restaurant. Wärmstens empfohlen sei hier die hausgemachte Original Tiroler Kaspressknödelsuppe zu einem – für diese Höhenlage - sehr moderaten Preis.

Ob es der atemberaubende Rundumblick ist, die Möglichkeit mit einer über 2000 m hohen Antenne zu funken, die kulinarischen Versuchungen oder einfach das beeindruckende Naturerlebnis ist, das den Reiz ausmacht hier herauf ins Hochalpine Gelände zur Hafelekarhütte zu kommen, soll jeder für sich selbst entdecken. Die Sehnsucht zurückzukommen stellt sich ein, wenn man vom Tal hinaufblickt und sich an einen herrlichen Tag erinnert.

Hüttenwart:

Hans Gaigg, OE7DGI
E-Mail: oe7dgi@oevsv.at

Weiterführende Links:

Nordkettenbahn:http://www.nordkette.com
Viktor Franz Hess: https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Franz_Hess

Bildnachweis:

Archiv ÖVSV, Thomas OE7KUT

   
 

.: © 2016 Thomas Kugler :.